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Ansteckungsgefahr für die Märkte Ansteckungsgefahr für die Märkte Zum Inhalt 26. Februar 2020 Nikolaus Reeder
Kapitalmarkt

Die Welt blickt mit Sorge auf den Ausbruch des Coronavirus. Die Unsicherheit ist überall zu spüren, und sie ist beunruhigend, sowohl auf menschlicher Ebene als auch mit Blick auf die Reaktion der Märkte.

 

Ein zentraler Bestandteil unserer Investment-Philosophie ist, dass die Kapitalmärkte für die Bewertung von Risiken und die Verarbeitung von Informationen in Echtzeit konzipiert sind. Dieses Prinzip können wir nicht nur, wie zuletzt, in fallenden Märkten, sondern auch bei steigenden Kursen beobachten. Kursrückgänge können Anleger nervös machen, doch sie zeigen, dass die Märkte wie erwartet funktionieren.

Kurse können fallen, wenn Anleger ihre Erwartungen zukünftigen Entwicklungen anpassen müssen. Die Ausbreitung des Virus beunruhigt Regierungen, Unternehmen und Menschen, da sie negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft befürchten. Zum Beispiel rechnet Apple mit einem Umsatzrückgang, da das Virus sowohl die Herstellung als auch den Vertrieb von Apple-Produkten in China beeinträchtigt. Ebenso bereiten sich Fluggesellschaften auf einen Einbruch der Passagierzahlen vor. Dies sind nur einige Beispiele, wie die Welt die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs einschätzt.

Offensichtlich reagieren die Kapitalmärkte sehr schnell auf neue Informationen und preisen damit auch zeitgleich die unbekannten Risiken ein. In Zeiten hoher Unsicherheit nehmen die Risiken zu während Anleger zur Kompensation dieser höheren Risiken auch höhere Renditen erwarten; Die Kurse müssen fallen, um Anlegern aufgrund von niedriger bewerteten Aktienkursen höhere Renditen ermöglichen zu können. Unsere Anlagestrategie beruht auf der Überzeugung, dass Preise sich immer auf dem Niveau einpendeln, dass sie positive zukünftige erwartete Renditen für das Halten riskanterer Anlagen liefern.

Wir wissen nicht, wann und wie sich Risiken oder Einschätzungen verändern. Allerdings können wir erwarten, dass Anleger für aktuelle Risiken mit positiven erwarteten Renditen entschädigt werden. Dies zeigen nicht nur frühere Gesundheitskrisen wie der Ausbruch des Ebolavirus und der Schweinegrippe vor einigen Jahren, sondern auch Situationen wie die globale Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009. Außerdem lehrt uns die Geschichte, dass sich Trendwenden am Markt nicht verlässlich vorhersagen lassen, weder in die eine, noch in die andere Richtung. All das spricht gegen Angstreaktionen oder spekulative Portfolioveränderungen selbst in schwierigen Situationen.

Inmitten aller durch den Ausbruch des Coronavirus geweckten Ängste und Sorgen sind die Ergebnisse jahrzehntelanger Finanzmarktforschung und langfristige Anlageprinzipien weiterhin einer der wichtigsten Wegweiser. Wir unterstützen Sie dabei, unabhängig vom Auf und Ab der Märkte an ihrem langfristigen Anlageplan festzuhalten.

 

Fazit

Unabhängig von den vor uns liegenden Veränderungen gelten die Grundsätze für erfolgreiches Investieren weiter:

·       Diversifikation über Anlageklassen und Regionen, um Risiken zu minimieren und die erwartete Rendite zu maximieren.

·       Disziplin und eine langfristige Sicht auf die Marktentwicklung, um kurzfristiges Reagieren, egal ob aus Furcht oder aus Gier, zu vermeiden.

·       Vermeiden, die Zukunft vorherzusagen, sondern dem eigen Investmentplan, der auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen fußt, treu zu bleiben.

Anleger, die diesen Prinzipien folgen, werden langfristig gute Erfahrungen mit ihren Anlagen sammeln.

Nikolaus Reeder

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