Börsengebühren können schwanken, die Handelskosten bleiben jedoch insgesamt dieselben. Forschung weist darauf hin, dass Anleger über die Gebühren und Rabatte der Börsen hinausschauen sollten, um ein vollständiges Bild der Handelskosten zu erhalten.

 

Im Rahmen der von uns präferierten Handelsstrategie wird versucht, die Kosten der Implementierung zu reduzieren, indem täglich am „natürlichen“ Handel teilgenommen wird. Diese Anpassung an das Marktumfeld erfordert neben der passenden Preisstrategie auch passende Handelsvolumen, Geduld und die Auswahl der richtigen Börse. Märkte und Technologien entwickeln sich laufend weiter. Um die Handelsalgorithmen zu verbessern, beobachtet und analysiert Dimensional daher kontinuierlich die verschiedenen Aspekte der Mikrostrukturen der Märkte.

Ein wichtiger Aspekt dieser Mikrostrukturen betrifft die Auswahl des Handelsplatzes. In den USA notierte Wertpapiere können an zahlreichen Börsen gehandelt werden. Diese Börsen stehen im Wettbewerb um Handelsvolumen und differenzieren sich unter anderem durch ihre Gebühren und Rabatte. Einige sogenannte Maker-Taker-Börsen erheben Gebühren für Liquiditätsnehmer und gewähren Rabatte für Liquiditätsgeber. Andere, die im Englischen als „Inverted Exchanges“ bekannt sind, gehen genau umgekehrt vor. Geht man allein nach den Gebühren und Rabatten, erscheint die Schlussfolgerung logisch: Wer Liquidität anbietet, sollte an Maker-Taker-Börsen handeln.

Betrachtet man jedoch die gesamten Handelskosten, ergibt sich ein anderes Bild. In einer neuen Studie untersuchten Marco Di Maggio von der Harvard Business School, zusammen mit Dimensional Researchern Jerry Liu und Savina Rizova sowie Dimensionals Global Head of Equity Trading Ryan Wiley tatsächliche Transaktionen von Dimensional. Das Ergebnis: Die Gesamtkosten verschiedener Handelsplätze, in denen Gebühren, Rabatte, Geld-Briefspannen und Marktpreisauswirkungen enthalten sind, sind statistisch voneinander nicht unterscheidbar. Investoren können sich also für eine bestimmte Börse entscheiden, ohne sich an die Beschränkungen zu halten, die sich aus einer unvollständigen Analyse der Handelskosten ergeben können.

Die Studie untermauert die Bedeutung einer sorgfältigen Analyse der Markt-Mikrostrukturen, denn nur dann können fundierte Entscheidung bezüglich Preis, Volumen und Handelsplatz getroffen werden. Mit der sorgfältigen Entwicklung von Handelsalgorithmen werden diese Faktoren miteinander abgewogen und unnötige Einschränkungen vermieden. Die Handelsstrategie von Dimensional ist dabei nur ein Beispiel dafür, wie wir versuchen für unsere Kunden jeden möglichen Basispunkt zu erzielen.

 

Kernaussage

Wir verfolgen eine fundierte Investment Philosophie, die sich erfolgreich an den Dimensionen höherer erwarteter Renditen ausrichtet. Dabei achten wir auf eine möglichst breite Diversifikation und die Minimierung von Kosten

Nikolaus Reeder

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