Die erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten hat bei vielen Anlegern ängste geschürt. Sicherlich ist es nicht leicht, bei einem derartigen Kursrutsch Ruhe zu bewahren.

 

In volatilen Marktphasen ist es besonders wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Volatilität ein normaler Bestandteil des Investieren ist. Mit emotionalen Reaktionen auf volatile Märkte schaden langfristig ausgerichtete Anleger eher mehr der Wertentwicklung ihrer Portfolios als der als der eigentliche Marktrückgang.

Die folgende Abbildung zeigt die Renditen des weltweit größten Aktienmarkt seit 1979, sowie die stärksten Rückgänge, die im Jahresverlauf zu verzeichnen waren. In diesem Zeitraum lag der durchschnittliche Rückgang innerhalb eines Jahres bei etwa 14%. Bei etwa der Hälfte der erfassten Jahre waren Verluste von über 10% zu beobachten, und bei etwa einem Drittel betrug der Rückgang über 15%. Trotz erheblicher Einbrüche im Jahresverlauf, fielen die Renditen für die Kalenderjahre in 34 der 41 Jahre positiv aus. Dies zeigt, dass Rückgänge an den Märkten ein normales Phänomen sind und wie schwer es ist, aus einem kurzfristigen Kursrückgang etwas bezüglich der Rendite des Gesamtjahres abzuleiten.

 

 

Das Anlegerverhalten beeinflusst die Wertentwicklung

Wenn jemand versucht Märkte zu timen, um in volatilen Phasen mögliche Verluste zu verhindern, ist dies für die langfristigen Ergebnisse eher hinderlich. In den aktuellen Marktpreisen sind die Informationen und Erwartungen der Marktteilnehmer bereits eingeflossen. Deshalb ist es nicht möglich, die Fehlbepreisung von Aktien systematisch durch Markttiming auszunutzen. Mit anderen Worten: Es ist unwahrscheinlich, dass Anleger den Markt erfolgreich timen können. Sollte dies jedoch trotzdem gelingen, ist es eher ein Glückstreffer, als wirkliches Können.

Den Markt zu timen, um eine positive Wertentwicklung des Portfolios zu generieren, steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass ein erheblicher Teil der Gesamtrendite über lange Zeiträume aus nur einigen wenigen Tagen resultiert. Da es für Anleger unwahrscheinlich ist, im Voraus die Tage mit hohen oder niedrigen Renditen zu ermitteln, ist der vernünftigste Weg – auch in Zeiten starker Volatilität – weiterhin investiert zu bleiben, anstatt in Aktien anzulegen und immer wieder rasch zu kaufen und zu verkaufen.

Die zweite Abbildung zeigt die annualisierte Gesamtrendite des S&P 500 Index seit 1990 und macht deutlich, welche Auswirkungen es hat, auch nur wenige Tage mit starken Renditen zu verpassen. Die Balken stellen das hypothetische Wertwachstum von 1.000 US-Dollar im Gesamtzeitraum dar und zeigen, was passiert wäre, wenn Sie den besten Tag, die besten fünf Tage, die besten 15 Tage oder die besten 25 Tage innerhalb dieser 30 Jahre verpasst hätten, und und Vergleich diese Renditen mit einer langfristigen risikolosen Anlage in einmonatigen US-Staatsanleihen. Die Daten veranschaulichen folgendes: Verpassen Sie nur einige der besten Tage am Markt, erzielen Sie erheblich geringere Renditen als wenn Sie über den Gesamtzeitraum investiert geblieben wären.

Marktvolatilität kann nervenaufreibend für Anleger sein. Auf kurzfristige Rückgänge emotional zu reagieren und langfristige Anlagestrategien zu ändern, schadet in der Regel mehr als das es nützt. Anleger sollten in Phasen kurzfristiger Unsicherheiten besser Ruhe bewahren und – wenn sie über einen ausreichen Anlagehorizont verfügen – Krisenphasen für einen antizyklischen Kauf verwenden. Auf diese Weise können sie die Rendite ihres Portfolios noch über die Marktrendite steigern.

 

Fazit

Denken Sie daran, wenn Sie über genügend Zeit verfügen, um schlechte Marktphasen durchzustehen, werden Sie in jedem Fall zu den Gewinnern am Kapitalmarkt gehören. Unabhängig von den vor uns liegenden Veränderungen gelten die Grundsätze für erfolgreiches Investieren weiter:

·       Diversifikation über Anlageklassen und Regionen, um Risiken zu minimieren und die erwartete Rendite zu maximieren.

·       Disziplin und eine langfristige Sicht auf die Marktentwicklung, um kurzfristiges Reagieren, egal ob aus Furcht oder aus Gier, zu vermeiden.

·       Vermeiden, die Zukunft vorherzusagen, sondern dem eigen Investmentplan, der auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen fußt, treu zu bleiben.

Anleger, die diesen Prinzipien folgen, werden langfristig gute Erfahrungen mit ihren Anlagen sammeln.

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