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Wer schonmal in eine Zeitschrift zum Thema Börse, Vermögen oder Geld geschaut hat, der wird wohl nicht an Artikeln vorbeigekommen sein, die den nächsten großen Investmentcase anpriesen. Die nächste tolle Chance, die man nicht verpassen darf. Bevor man nun aus lauter Sorge, das nächste Google oder Apple zu missen, investiert, sollte man sich klar werden, was eigentlich dahinter steckt.

Emotionen verkaufen sich gut

Viele dieser Finanzzeitschriften bringen monatlich oder gar wöchentlich neue Ausgaben. Wenn man sich nun auf allgemeine und wissenschaftliche Aspekte der Finanzanlage fokussieren würde, dann würde sich dieser Stoff bei einer häufig erscheinenden Zeitung wohl schnell erschöpfen. Wie wunderbar ist es also, dass man jede Woche einen neuen Megatrend, oder ein neues Unternehmen findet, dass man als das nächste Google verkaufen kann? Noch dazu weckt man so die Emotion der potentiellen Käufer. Wer kauft schon lieber eine Zeitschrift, die fade wissenschaftliche Studien auswertet, anstatt einem den Topf voll Gold zu versprechen und eine tolle Story erzählt? Was bei Deutschlands beliebtester Tageszeitung funktioniert, funktioniert leider auch in der Finanzliteratur.

Gier und Angst, sind nicht nur treibende Kraft beim Sommerschlussverkauf, sondern leider auch häufig bei Finanzentscheidungen, die nicht selten von derartigen Artikeln in Finanzmagazinen befeuert werden. Wohin dies führen kann, mussten schon viele in der Dotcom-Blase oder dem Biotech-Boom erfahren. Deren klägliche Überreste sind als Mahnmal noch in so manchem Depots zu finden.

Die Sache mit der Unabhängigkeit

Obwohl die meisten Zeitschriften natürlich ihre journalistische Unabhängigkeit versichern, so ist es doch auffällig, dass in der gleichen beziehungsweise in der darauffolgenden Ausgabe, in der ein Megatrend gepriesen wird, eine doppelseitige Anzeige eines Fondanbieters zu finden ist, der eben jenen heißen Megatrend mit seinem neuen Fond abbildet. 

Wie wohl jede andere Zeitschrift auch, finanzieren sich auch die Finanzzeitschriften größtenteils über den Verkauf von Werbeflächen in ihrer Zeitschrift an Werbende.

Eine positive Berichterstattung über den Trend, den ein Werbetreibender bewerben möchte, könnte sich da durchaus als lohnenswert erweisen. Wehe dem, der gar negativ über etwas berichtet, was zwei Seiten weiter in der Werbeanzeige zu finden ist. 

Natürlich sind nicht alle Finanzzeitschriften und -blogs über einen Kamm zu scheren. Es gibt auch gute und unabhängige Anbieter, jedoch sollte man um die Gefahr eines Interessenkonfliktes wissen. 

Kernaussage: Vorsicht sollte geboten sein, wenn Finanzmagazine mal wieder einen neuen Megatrend oder das neue Google anpreisen. Oft werden hier bewusst Emotionen genutzt, um Auflage zu machen und Nachfrage zu erzeugen. Die Abhängigkeit von Werbetreibenden sollte immer im Hinterkopf behalten werden. 

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