Wenn es um Value gegen Growth geht, steht die Geschichte auf der Seite von Value. Logik und Daten bilden die Grundlage für eine positive erwartete Value Prämie und somit einen Leitfaden für Anleger, die höhere potenzielle Renditen anstreben.

 

Können Anleger mit Value-Aktien höhere Renditen abschöpfen? Historische Daten sprechen eindeutig für diese These. Seit knapp 100 Jahren weisen US-Value-Aktien, also vergleichsweise günstig bewertete Papiere, höhere erwartete Renditen auf als Growth-Aktien. In anderen Märkten reichen die entsprechenden Daten knapp 50 Jahre zurück.

Zwar konnten Anleger mit Growth-Aktien in den vergangenen Jahren höhere Renditen als mit Value-Aktien erzielen, doch gelegentliche Schwächephasen von Value ändern nichts daran, dass relativ günstige Bewertungen zu höheren erwarteten Renditen führen. Wie in der folgenden Abbildung zu sehen ist, erzielten US-Value-Aktien seit 1928 im Durchschnitt eine jährliche Mehrrendite von 4,54%.

 

Die Überrenditen von Growth-Aktien im Vergleich zu Value-Aktien während der letzten Jahre lassen sich besser einordnen, wenn man sie in ihrem historischen Kontext betrachtet. Wie die Abbildung zeigt, sind die tatsächlichen Prämien sehr volatil. Die aktuelle relative Schwächephase mag zwar enttäuschen aber sie liegt im Bereich der möglichen und erwartbaren Ergebnisse.

Wir empfehlen Anlegern, sich in ihrer Entscheidungsfindung an bewährten und evidenzbasierten wirtschaftlichen Prinzipien zu orientieren. Value Investing folgt einem der fundamentalsten Prinzipien der Vermögensanlage: Wer weniger für die gleichen zukünftigen Cashflows bezahlt, kann mit höheren erwarteten Renditen rechnen. Die Value-Prämie wird nicht nur durch empirische Daten mehrerer Jahrzehnte untermauert. Analysen deuten zudem darauf hin, dass Anleger ihre erwarteten Renditen auch in Zukunft mit Value-Strategien erhöhen können.

 

Kernaussage

Die Märkte erfassen und verarbeiten nicht nur riesige Mengen an Wirtschaftsdaten, sondern auch Erwartungen an ihre zukünftigen Entwicklung. Die Kapitalmärkte preisen diese Informationen ein – und werden so vielleicht sogar selbst zum besten Indikator für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung.

Nikolaus Reeder

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