"Bin ich mit meinem Depot gut aufgestellt?"

23. Feb 2026, Dietrich Preuß

"Bin ich mit meinem Depot gut aufgestellt?"

23. Feb 2026, Dietrich Preuß

"Bin ich mit meinem Depot gut aufgestellt?"

23. Feb 2026, Dietrich Preuß

"Bin ich mit meinem Depot gut aufgestellt?"

23. Feb 2026, Dietrich Preuß

"Bin ich mit meinem Depot gut aufgestellt?"

23. Feb 2026, Dietrich Preuß

"Bin ich mit meinem Depot gut aufgestellt?"

23. Feb 2026, Dietrich Preuß

Viele Anleger stellen sich diese Frage – oft erst dann, wenn die Rendite hinter den Erwartungen zurückbleibt. Was viele nicht wissen: Die Falle schnappt gleich am Anfang zu. Die Wahrscheinlichkeit des Misserfolgs kann strukturell vorprogrammiert sein. Wir zeigen Ihnen die Ursachen und geben Hinweise, wie Sie Ihr Depot selbst überprüfen können.

Die Ausgangslage

Nach herrschender wissenschaftlicher Auffassung sind aktiv gemanagte Fonds oder entsprechende Vermögensverwalterdepots langfristig kein verlässliches Erfolgsmodell, wenn man die Gesamtgruppe betrachtet. Der Grund ist simpel: Am Markt sind Überrenditen immer ein Nullsummenspiel – was der eine gewinnt, verliert ein anderer. Nach Abzug der Kosten bleibt in Summe zwangsläufig eine Unterrendite gegenüber dem Markt. Hinzu kommt: Über Erfolge wird gerne gesprochen, Misserfolge bleiben meist unerwähnt. Dieses Ungleichgewicht in der Wahrnehmung führt dazu, dass viele Anleger die tatsächlichen Erfolgsaussichten überschätzen. Gleichzeitig belasten oft hohe Management- und Transaktionskosten die Rendite erheblich. Trotzdem werden aktive Strategien weiterhin vielfach über Berater vertrieben – häufig verbunden mit dem Versprechen, durch geschickte Managerauswahl oder Marktkenntnis „den Index zu schlagen“. Das Gegenmodell hat einen langfristigen Anlagehorizont, kauft - einfach gesprochen - den Gesamtmarkt, betreibt kein Market-Timing und verursacht im Vergleich nur geringe laufende Kosten. Diese Strategie kann erweitert werden um evidenzbasierte Risikofaktoren, die keine Spekulation bedeuten.

Ein Praxisbeispiel

Zu Jahresbeginn erhielt ich die Einladung eines Fondsvermögensverwalters zu einer Produktpräsentation. Die Strategie: Durch gezielte Auswahl „überlegener“ Fondsmanager und richtiges Timing solle der Markt dauerhaft übertroffen werden. Als Erfolgsfaktoren wurden unter anderem besondere Marktkenntnis und das Erkennen unterbewerteter Titel genannt.

Obwohl wir bei REEDER & PREUSS ausschließlich evidenzbasierte Anlagestrategien empfehlen, wollte ich mir nach längerer Zeit wieder ein eigenes Bild machen – und nahm teil.Bemerkenswert war der offene Umgang mit den laufenden Verwaltungskosten von 2,86 % p.a. Diese wurden in „gute“ und „schlechte“ Kosten unterteilt – im vorliegenden Fall handle es sich selbstverständlich um „gute“ Kosten, da sie den Anlageerfolg ermöglichen würden - so der Referent. Zwar wurden Vergleichszahlen präsentiert, die für einen bestimmten Zeitraum eine attraktive Entwicklung zeigten. Allerdings performte der Fonds bei längeren Zeiträumen deutlich schlechter als sein Vergleichsindex, wie meine Analyse im Nachgang zeigte. Außerdem wäre aus Anlegersicht zu ergänzen,  dass zusätzlich zu den genannten Verwaltungskosten noch Vertriebs- und Depotkosten anfallen können. Hinzu kommt das Risiko, dass die spekulative Anlagestrategie nicht im Sinne des Anlegers aufgeht.

Der mögliche Schaden

Wenn spekulative Ansätze, offene und verdeckte Kosten sowie verhaltensbedingte Fehlentscheidungen zusammenkommen, können schnell mehrere Prozentpunkte Renditeunterschied pro Jahr entstehen.

Wenn sich die Preise verändern, ändern sich auch die erwarteten Renditen
Wenn sich die Preise verändern, ändern sich auch die erwarteten Renditen

Ein Renditenachteil von beispielsweise 2,5 Prozentpunkten jährlich kann über längere Zeiträume zu erheblichen Vermögenseinbußen führen. Aus 500.000 EUR Anlagekapital werden nach 30 Jahren über den Zinseszinseffekt entweder 2 Mio oder 4 Mio. EUR. Verschaffen Sie sich Klarheit darüber, ob Ihre Gelder mit einer aktiven Strategie verwaltet werden und insofern Handlungsbedarf besteht!

Schnelltest: Depot selbst überprüfen

Sie können Ihr Depot mit wenigen Schritten selbst analysieren:

  1. Nutzen Sie kostenfreie Vergleichsportale wie beispielsweise www.onvista.de.
  2. Geben Sie in der Suche die WKN oder ISIN Ihres Wertpapiers ein.
  3. Prüfen Sie die laufenden Kosten (TER) und weitere Gebühren (sehen Sie sofort)
  4. Vergleichen Sie die Wertentwicklung über verschiedene Zeiträume
  5. Klicken Sie „Chart“ an und geben Sie in eine Benchmark ein. Z. B. für weltweite Aktienfonds einen MSCI World Total Return EUR. Zeitraum auf verlängern auf z. B. 5 Jahre oder maximal.
  6. Klicken Sie zurück auf die „Übersicht“. Ganz nach unten scrollen und die wesentlichen Anlegerinformationen (PRIIP/KID) anklicken. Dort erkennen Sie auf Seite 1 unter „Ziele“, ob eine aktive Managementstrategie verfolgt wird. Auf Seite 2 die Höhe der Kosten.

Oft zeigt sich: Ein kostengünstiger, breit diversifizierter Marktansatz hätte das Ergebnis mit geringerem Risiko erreicht oder eine höhere Rendite bei gleichem Risiko erzielt – mit weniger Stress und besserer Transparenz.

Vermögensstruktur ganzheitlich betrachten

Neben der Depotstruktur lohnt sich ein Blick auf die übergeordnete Vermögensorganisation. Je nach individueller Situation können beispielsweise Familienstiftungen, gemeinnützige Stiftungen, Holdingstrukturen, Genossenschaften oder frühzeitige Schenkungen sinnvoll sein. Eine durchdachte Vermögensstruktur berücksichtigt wirtschaftliche, steuerliche und rechtliche Aspekte gleichermaßen – eingebettet in ein langfristiges Gesamtkonzept. 

Kernaussage: Aktives Anlagemanagement vermeiden!

Prüfen Sie Ihr aktuelles Depot auf Kosten, Performance und aktive Anlagestrategie. Langfristig spricht vieles für einen systematischen, evidenzbasierten Anlageansatz mit niedrigen Kosten, klarer Risikostruktur und breiter Diversifikation. Ergänzen Sie Ihr Konzept ggfs. um steuerliche und rechtliche Optimierungen. Denn nachhaltiger Anlageerfolg ist in erster Linie das Ergebnis klarer Struktur – nicht der Spekulation.

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