Warum haben wir eigentlich Angst vor dem Crash? Aktienmärkte können sehr lebendig sein, wie uns der Puls der Börse täglich verrät. Ein Rückblick zeigt, dass nur derjenige Investor auf dem falschen Fuß überrascht wird, der grundlegende Regeln missachtet.

 

Aktuell sind die Kurse wieder auf hohem Niveau. Selbstverständlich wird zu einem gewissen Zeitpunkt, den wir nicht kennen, die Kursentwicklung abwärts gehen. Aktienschwankungen und auch Aktiencrashs passieren, sie gehören zum Charakter der Börse. Die Höhen und Tiefen des Aktienmarktes sind unvorhersehbar, aber die Geschichte zeigt, wie berechtigt die Erwartung langfristig positiver Renditen ist.

  • Von 1926 bis zum 31.12. 2020 verzeichnete der S&P 500 Index 17 Bärenmärkte, oder einen Rückgang von mindestens 20% gegenüber einem früheren Höchststand. Die Rückgänge reichten von –21% bis –80% über eine durchschnittliche Dauer von etwa 10 Monaten.
  • Auf der positiven Seite gab es 18 Bullenmärkte oder Gewinne von mindestens 20% nach einem vorherigen Tief. Sie waren durchschnittlich 54 Monate lang und die Anstiege betrugen zwischen 21% und 936%.
  • Wenn die Bullen- und Bärenmärkte zusammen betrachtet werden, wird klar, dass Aktien disziplinierte Anleger belohnt haben.
Quellen: Dimensional.com, REEDER & PREUSS. Hinweise: Man kann nicht direkt in Indizes investieren. Die Wertentwicklung enthält daher nicht die mit der Verwaltung eines tatsächlichen Portfolios verbundenen Kosten. Angaben in USD. Enddatum der Grafik ist der 31. Dezember 2020, die letzte ‚Höchststand bis Tiefpunkt‘ Rendite von -23% repräsentiert die Rendite bis Dezember 2020.

In vollem Umfang von den Bullenmärkten profitieren kann nur, wer auch am Tiefpunkt investiert ist. Rechtzeitig an der Börse aussteigen und wieder einsteigen, bleibt in der Regel bloße Theorie. Glauben Sie nicht den „Regenmachern“, die vorgeben, die Zukunft zu kennen. Die wissenschaftliche Forschung zeigt in hunderten von Studien, dass Timing für Anleger Schaden bringt. Der Regelfall bei einem Crash ist, dass viele zu spät und in Panik Positionen abstoßen und damit den Kursverfall verstärken. In der Folge verpassen sie oft den frühen Wiedereinstieg und das Drama beginnt von vorne. Entscheidend ist:

 

  • Mittel für Aktieninvestments einsetzen, die langfristig zur Verfügung stehen
  • „Den ganzen Markt“ kaufen, nicht spekulativ in Einzelwerte anlegen
  • Liquide Reserven vorhalten
  • Diszipliniert an dem entwickelten Vermögensplan festhalten

Fazit

Die Aktienrenditen der Bullen- und Bärenmärkte der vergangenen fast 100 Jahre zeigen, dass die guten Zeiten die schlechten Zeiten mit Abstand übertroffen haben. Entspannt bleiben können langfristige Anleger, die in turbolenten Zeiten diszipliniert bleiben und unbeirrt an ihrer Strategie festhalten. Besser noch:  Es kann freie Liquidität zum Nachkauf bei vergünstigten Kursen eingesetzt werden. So wird auch die nächste Krise zur Chance.

Dietrich Preuß

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